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Fernbus-Markt: Marktforschung Juli 2013

6 Monate Fernbusse in Deutschland – eine Zwischenbilanz

Die Analyse der Daten wurde anhand eines Samples aus den ersten beiden Juli-Wochen von 50.000 Suchanfragen zu denen gut 120.000 Ergebnisse ausgegeben wurden, durchgeführt. Betrachtet wurde zunächst die Beliebtheit von Städten und Busverbindungen anhand der Zahl der Suchanfragen.

Wenig überraschend sind zunächst die beliebtesten Städte für An- und Abreise. Mit Berlin, Hamburg, München und Frankfurt am Main sind es die Metropolen des Landes. Unter den Top-20 der meistgesuchten Städte finden sich aber neben den zu erwartenden Großstädten auch kleinere Städte wie Freiburg oder Heidelberg. Gerade die zwei mittelgroßen Studentenstädte zeigen einmal mehr, dass der Fernbus sich besonders bei Studenten und jungen Leuten als kostengünstige Alternative zur Bahn etabliert haben. Bei den gesuchten Städteverbindungen liegen deutlich Fernbuslinien in die Hauptstadt Berlin vorn – rund 17 Prozent aller Abfragen hatten dieses Ziel. Die Top-5 der meistgesuchten Verbindungen sind damit Hamburg-Berlin, Köln-Berlin, Berlin-München, Berlin-Hamburg und München-Berlin.

In einem nächsten Schritt wurden die Daten genauer analysiert und der relative Fernbus-Netzfaktor (rFNF) ermittelt. Der rFNF errechnet sich aus dem Verhältnis Suchanfragen zu Ergebnissen – gut integrierte Ziele wie Berlin oder Hamburg kommen hier auf Werte von 4,2 bzw. 3,6. Der rFNF zeigt damit die Beliebtheit einer Stadt oder Busverbindung in Relation zur tatsächlichen Verfügbarkeit von Fernbussen. Damit ist der rFNF einerseits ein Indikator, um Aussagen über das ungenutzte Potenzial einer Strecke zu treffen und andererseits gut oder mehr als benötigt ans Fernbusnetz angebundene Städte zu identifizieren.

Top-20 Suchanfragen 1. bis 14. Juli 2013 (Sample):

Tabelle Suchanfragen Juli 2013Quelle: Fernbusse.de, Juli 2013

Auffallend beliebt als Abfahrtsort war Leipzig mit einem fünften Platz, obwohl die Stadt noch nicht optimal ins Fernbusnetz eingebunden ist, wie der relative Fernbus-Netzfaktor (rFNF) von 0,4 belegt. Gern gesucht, aber noch ausbaufähig, sind Verbindungen von Dortmund aus mit einem rFNF von 1,2 und Köln mit 1,4. Auch als Zielort ist Köln mit dem Faktor 1,3 noch nicht optimal eingebunden, ebenso wie Bremen mit einem rFNF von 1,2. Gravierende Lücken zeigen sich bei Fernbus-Linien nach Bonn oder Kiel jeweils mit einem Faktor von 0,2. Bestens zu erreichen mit dem Fernbus sind dagegen erneut Berlin und Hamburg, aber auch Dresden mit einem Faktor von 6,5, der sich damit erklärt, dass die Stadt als Zwischenstation auf zahlreichen Buslinien liegt. Nach Auswertung der Daten und auch in den Anfragen auf der Fernbus-Wunschseite zeigt sich, dass die meisten großen Städte sehr gut bis ausreichend an das bundesweite Fernbusnetz angebunden sind. Die einzelnen Lücken sind meist kleinere Städte wie beispielsweise Koblenz, Flensburg oder Erfurt, die aber auch allmählich bedient werden, oft von regionalen Anbietern. So verkehrt CuxBus auf der Strecke von Cuxhaven nach Duisburg über Osnabrück und deckt damit einen Bereich ab, den kein anderer Anbieter auf dem Plan hat. Hahn-Express schließt eine andere Lücke mit der Anbindung der Flughäfen Baden Airpark und Hahn Airport an Heidelberg über Karlsruhe bzw. Mannheim.

Der Fernbus-Markt ist weiter in starker Bewegung. Nach etwas mehr als einem halben Jahr Fernbus-Verkehr in Deutschland sind viele größere Städte gut ins Netz eingebunden, trotzdem gibt es noch großes Potential mit einigen noch nicht oder nur unzureichend verfügbaren Fernbusverbindungen. Die Lücken werden einerseits von den großen Unternehmen durch die Erweiterung ihrer Fahrpläne geschlossen, andere weiße Flecken auf der Fernbuskarte bieten Chancen für zusätzliche regionale Anbieter, indem diese gerade kleinere Städte anfahren. Daneben werden wohl immer mehr Kooperationen zwischen den Branchenriesen und kleineren Anbietern zustande kommen. Wir rechnen daher damit, dass das Fernbus-Netz in Deutschland auch in den nächsten Monaten noch deutlich wachsen wird.
 

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