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Digitalisierung: Jetzt ist die Bahn am ZugDie Deutsche Bahn ist für vieles bekannt, doch nicht gerade für ihre Fortschrittlichkeit. Dementsprechend bedauernd zeigte sich Bahn-Chef Richard Lutz auf der Noah-Konferenz im vergangenen Jahr und gestand ein: „Wir mussten auf harte Weise erfahren, was Digitale Transformation bedeutet und haben dabei auch die ein oder andere Chance verpasst.“ Mit einem beachtlichen Budget und mehreren Kooperationen mit innovative Start-ups will die Bahn nun in Sachen Digitalisierung durchstarten. Ziel ist es, den Markt nicht kampflos großen Playern wie Uber oder Google zu überlassen.

Gerade was das Reisen von Tür zu Tür angeht, sieht die Bahn deutlichen Nachholbedarf. Immer mehr Menschen nutzen das Internet und Apps, um Mobilitätsalternativen zu vergleichen. Dabei zeigt sich: Individualverkehr und öffentlicher Personentransport nähern sich stetig an. Ein Beispiel dafür ist die Plattform Uber, die zunächst von vielen belächelt wurde und in einigen Städten – darunter New York – mittlerweile mehr Kunden verzeichnet als traditionelle Taxi-Unternehmen.

Um Kunden nicht an Uber und weitere Digitalplattformen zu verlieren, startete die Deutsche Bahn in Hamburg mit ihrem Tochter-Unternehmen Ioki ein Pilotprojekt. Zehn Elektroautos im Stil der klassischen Londoner Taxis können ganz einfach per App gerufen und als Shuttle-Service genutzt werden. Dabei werden mit Hilfe der App automatisch Fahrgemeinschaften gebildet, um die insgesamt 60 Sitzplätze möglichst effizient zu füllen. Ein ähnliches System testet aktuell auch die Taxi-App mytaxi: Mit der Match-Funktion können Fahrgäste ganz einfach nach geeigneten Mitfahrern suchen und sich so die Kosten teilen. Der Vorteil der Bahn-Variante gegenüber mytaxi besteht allerdings darin, dass die Bahn den Service nicht etwa zu Taxipreisen, sondern zu den Tarifen des öffentlichen Personenverkehrs anbietet. In Zukunft soll das Pilotprojekt auf weitere deutsche Städte ausgerollt werden. Selbst internationale Metropolen seien laut Angaben der Bahn an dem Konzept interessiert. Ein potenter Konkurrent steht allerdings ebenfalls bereits in den Startlöchern: Auch VW bietet mit seiner Tochter Moia einen Shuttle-Service über Elektroautos an. Moia ist aktuell in Berlin verfügbar.

Auch Google wird von der Bahn zunehmend als potenzieller Konkurrent betrachtet. Mit Hilfe der verschiedenen Google Apps werden Daten gesammelt, die dem Unternehmen nicht nur Aufschluss darüber geben, wo sich der Kunde gerade befindet, sondern auch welches Verkehrsmittel er gerade nutzt. Als Gegenprodukt entwickelt die Bahn aktuell einen Alltagsbegleiter, der ebenfalls weiß, wo sich der Kunde gerade befindet und der ihm einfach und direkt aufzeigen soll, wie er am schnellsten sein Ziel erreichen kann. Ein ähnliches Produkt ist auch der Streckenagent: Die App soll immer dann zum Einsatz kommen, wenn der reguläre Fahrplan aus den Fugen gerät. Vielfahrer können darin ihre jeweilige Strecke markieren und erhalten entsprechende Push-Notifications, wenn es zu Störungen kommt. Auch Reisealternativen werden mit Hilfe des Streckenagenten aufgezeigt. Für mehr Komfort während der Fahrt sorgt unterdessen der Komfort-Check-In: Wer eine Sitzplatzreservierung hat, muss nicht länger auf die Ticketkontrolle durch den Zugbegleiter warten. Stattdessen können Reisende nun ganz einfach selbst über die Navigator-App der Bahn elektronisch einchecken, wenn sie ihren Sitzplatz gefunden haben.

Doch die Bahn experimentiert nicht nur mit Software, sondern auch mit Hardware. Seit 2015 werden beispielsweise Drohnen eingesetzt, die durch die kontinuierliche Luft-Überwachung des Streckennetzes für pünktlichere Züge sorgen sollen. Die sogenannten Multicopter filmen beispielsweise Bäume, die nahe an den Gleisen stehen, um möglichst frühzeitig erkennen zu können, welche Äste porös sind und bei einem Sturm potenziell abfallen könnten. Technik-interessierte Reisende sollten bei ihrer nächsten Zugfahrt außerdem einmal verstärkt auf Kopfstützen, Mantelhaken oder Lüftungsgitter achten: Gerade bei älteren Zügen werden diese Ersatzteile nicht länger aufwendig produziert, sondern einfach mit Hilfe eines 3D-Druckers hergestellt.

Durch diese und viele weitere Digitalisierungsexperimente und Pilotphasen will die Bahn nach und nach nicht länger nur das traditionelle Schienenverkehrsunternehmen sein, sondern sich zum innovativen und kundenorientierten Dienstleister entwickeln. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung erklärte Bahn-Personenverkehrsvorstand Berthold Huber vor Kurzem kurz und bündig: „Unser Ziel: Den öffentlichen Verkehr so komfortabel zu machen wie den individuellen.“ (KH)
 
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