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Bahnstreik: Aktuelle Informationen und HintergründeNach knapp einem Jahr und insgesamt neun Streikrunden konnten sich die Deutsche Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL auf die Aufnahme eines Schlichtungsverfahrens einigen. Mithilfe zweier unabhängiger Schlichter soll ab dem 27. Mai eine Lösung erarbeitet werden, die beiden Parteien entgegenkommt. Während die Schlichtungsgespräche laufen, herrscht offizielle Friedenspflicht. Dies bedeutet das vorläufige Ende der Arbeitsniederlegungen und die Wiederaufnahme des regulären Schienenverkehrs.
 

  • 21. Mai 2015: Vorzeitige Beendigung des Bahnstreiks
  • 27. Mai 2015: Beginn des offiziellen Schlichtungsverfahrens unter Mitwirkung zweier unabhängiger Berater
  • 17. Juni 2015: Verlängerung des Schlichtungsverfahrens und der Friedenspflicht bis zum 25. Juni
  • Während des Schlichtungsverfahrens gilt eine Friedenspflicht. Mit weiteren Streiks ist vorerst nicht zu rechnen.

 
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Aufnahme eines Schlichtungsverfahrens sorgt für Ende der Bahnstreiks

Am Donnerstag, den 21. Mai 2015, gaben die Deutsche Bahn und die GDL bekannt, sich auf ein Schlichtungsverfahren geeinigt zu haben. Damit einhergeht die sofortige Beendigung des aktuellen Bahnstreiks. Bereits seit dem frühen Morgen laufen die Maßnahmen zur Wiederaufnahme des Schienenverkehrs. Gegen 19 Uhr soll der Streik offiziell beendet sein. GDL-Chef Claus Weselsky spricht vom Durchschlagen des Gordischen Knotens und zeigt sich mit den Ergebnissen der insgesamt neun Streikrunden zufrieden. Die Gewerkschaft und die Deutsche Bahn werden ab dem 27. Mai ein Schlichtungsverfahren aufnehmen, das drei Wochen lang dauern sollte, jedoch am 17. Juni um eine weitere Woche verlängert wurde. Als neutralen Schlichter beruft die GDL den thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke). Die Bahn benannte als Mediator den ehemaligen brandenburgischen Regierungschef Matthias Platzeck (SPD). Während des Schlichtungsverfahrens gilt eine Friedenspflicht, in der die GDL nicht zu erneuten Arbeitsniederlegungen aufrufen darf.

Wichtige Informationen bei Bahnstreiks

  • aktuelle Informationen zu betroffenen Zügen finden Sie auf der Webseite der Deutschen Bahn
  • dort findet sich auch ein Notfahrplan
  • Informationen zu den Auswirkungen unter der Service-Hotline 0180/6996633 (29 Ct/Anruf aus Festnetz, 60 Ct/Anruf Mobilfunk)
  • zusätzliche kostenlose Service-Nummer zum Bahnstreik: 08000/996633
  • in Zügen und an Bahnhöfen erteilen zusätzliche Mitarbeiter Auskunft
  • Ausweichmöglichkeit auf spätere Züge trotz Zugbindung
  • Rückerstattung der Ticketkosten mit dem Fahrgastrechte-Formular (online oder in Servicecentren)

 

Rückblick: Bahnstreiks 2014/2015

Monatelanger Tarifkonflikt zwischen Bahn und GDL

Schon seit Monaten zogen sich die Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL hin. Neben der Forderung nach fünf Prozent mehr Lohn bei verkürzter Wochenarbeitszeit war der Hauptstreitpunkt die Absicht der GDL nicht nur für Lokführer, sondern auch für Zugbegleiter und Rangierführer Tarifverträge aushandeln zu dürfen. Diese Berufsgruppen werden bisher von der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) vertreten. Die Deutsche Bahn lehnte konkurrierende Tarifabschlüsse jedoch ab und so scheiterten die Verhandlungen immer wieder, zuletzt am 18. Mai 2015. Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) Claus Weselsky zeigte sich nicht kompromissbereit. Als Druckmittel drohte die GDL mit erneuten Streiks. Die Bahn reagierte mit einem Ersatzfahrplan.

Weselsky lehnt Vermittlungsvorschlag der Bahn ab

Um dem Bahnstreik ein vorzeitiges Ende zu setzen, schlug Bahn-Chef Rüdiger Grube der Lokführergewerkschaft GDL am 6. Mai 2015 vor, unabhängige Verhandlungspartner hinzuzuziehen. Als neutralen Vermittler nominierte die Bahn den brandenburgischen Ex-Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD). Auch die GDL solle laut Bahn einen Mediator benennen dürfen. Grundvoraussetzung für den Vorschlag sei dabei, dass der Streik mit sofortiger Wirkung für beendet erklärt wird. Diesen Schlichtungsansatz lehnte Claus Weselsky, der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL), jedoch ab und bezeichnete ihn als „PR-Gag“ der Bahn. Weselsky verkündete weiterhin, dass der Streik wie angekündigt noch bis Sonntag, den 10. Mai 2015, anhalten würde.

Acht Streikrunden und keine Einigung

Am Montag, den 18. Mai 2015, rief die GDL im Tarifkonflikt zum insgesamt neunten Bahnstreik auf. Ein Ende des Streiks wurde vorerst nicht bekanntgegeben. Dies ließ vermuten, dass es sich bei der neunten Streikphase um die längste Arbeitsniederlegung in der Geschichte der Deutschen Bahn handeln könnte. Zuletzt wurde der Personenverkehr Anfang Mai für insgesamt sechs Tage bestreikt. Beide Seiten zeigten sich zunehmend verhärtet bei den Verhandlungen. Eine Übersicht der Streikaktionen zeigt den Konfliktverlauf:
 
1. September 2014: Warnstreik im Personen- und Güterverkehr (drei Stunden)
6. September 2014: Warnstreik im Personen- und Güterverkehr (drei Stunden)
7./8. Oktober 2014: regulärer Streik im Personen- und Güterverkehr (neun Stunden)
15./16. Oktober 2014: Streik im Personen- und Güterverkehr (14 Stunden)
17. bis 20. Oktober 2014: Streik im Personenverkehr (50 Stunden) und Streik im Güterverkehr (61 Stunden)
6. bis 8. November 2014: Streik im Personenverkehr (64 Stunden) und Streik im Güterverkehr (75 Stunden)
21. bis 24. April 2015: Streik im Personenverkehr (44 Stunden) und Streik im Güterverkehr (66 Stunden)
4./5. bis 10. Mai 2015: Streik im Personenverkehr (sechs Tage) und Streik im Güterverkehr (sieben Tage)

Tarifeinheitsgesetzt tritt wohl erst Anfang Juli in Kraft

Ein neuer beidseitiger Annäherungsversuch scheiterte leider auch am Wochenende des 16. und 17. Mai 2015. Es wird stark vermutet, dass der Tarifabschluss bis zum Eintreten des Tarifeinheitsgesetzes verschleppt werde, welches offenbar erst Anfang Juli in Kraft treten wird.

Bahn erstattet Betroffenen die Reisekosten

Schon im Jahr 2014 war die Deutsche Bahn von sechs Streiks betroffen. Auf ihren Internetseiten versucht die Bahn, ihre Kunden soweit wie möglich über die Auswirkungen zu informieren und einen Notfahrplan bereitzustellen. Zusätzlich richtet die Bahn eine kostenfreie Hotline während der Streiktage ein. Unter der Rufnummer 08000/996633 erhalten Betroffene schnell und unkompliziert Auskunft. Dennoch fallen während des Eisenbahnstreiks zahlreiche Züge aus oder fahren mit großer Verspätung. In diesen Fällen bietet die Deutsche Bahn ihren Kunden Ausweichmöglichkeiten und Rückerstattungen an. Fällt die Bahnverbindung aus oder wird der Anschlusszug verpasst, erhalten Kunden die Kosten für ihr Ticket erstattet. Fährt ein späterer Zug, dürfen Reisende diesen mit ihrem bereits gebuchten Bahnticket trotz Zugbindung nutzen. Auch im Falle von Verspätungen erhalten Betroffene eine Entschädigung, da die gängigen Fahrgastrechte greifen. Bei einer Stunde Verspätung wird ein Viertel des Ticketpreises erstattet, bei zwei Stunden sogar 50 Prozent der Fahrkarte. Mit dem sogenannten Fahrgastrechte-Formular, das in Servicezentren der Bahn und online verfügbar ist, können Reisende ihre Rechte einfordern. Diese Regelungen gelten auch für kommende Streiks.

Fernbusse als Alternative im Bahn-Streik

Immer mehr Reisende stiegen während der Ausstände im Jahr 2014 auf den Fernbus um. Auch wenn der Schienenverkehr stockte, fuhren die Busse auf der Straße zuverlässig und zu günstigen Preisen. Dabei wurden die Kapazitäten aufgestockt, um der hohen Nachfrage gerecht werden zu können und alle Fahrgäste trotz des Streiks einfach und komfortabel an ihr Ziel zu bringen. Auch bei den aktuellen Streikwellen tauschen immer mehr Bahnreisende ihr Zugticket gegen eine Fahrkarte für den Fernbus, um verlässlich an ihr Ziel zu gelangen. Direkte Busverbindungen sind mittlerweile zwischen zahlreichen deutschen und internationalen Städten möglich, ebenso wie zu den meisten deutschen Flughäfen. (AO)

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Ihre Meinung zum Bahn-Streik

104 Kommentare zu Bahnstreik: Aktuelle Informationen und Hintergründe

  • Kirsten sagt:

    So, Streik vertagt – bis zum nächsten Mal. Der Herr W. hat Spaß daran. Zu DDR Zeiten wusste der noch gar nicht, wie man Streik schreibt. Man sollte dem während der Streikzeiten einmal das Auto weg nehmen.

  • maxi sagt:

    Dieser Streik und die davor sind für uns eine katastrophale Nervenbelastung. Ich kann das Machtgerangel, welches hier an den Tag gelegt wird, nicht mehr erhören. Und auf wessen Rücken wird das Ganze ausgetragen???? Hoffentlich sitzt der GDLChef zu Pfingsten zu Hause bei seiner Familie.Als auf die Bahn angewiesener Kunde kann man seinen ganzen Urlaub nach den Streiks der GdL ausrichten. Und die Notfallplan-Infos sind auch nicht gerade hilfreich.Alternativ bleiben nur noch die Fernbusse.

  • Ursula Menzel sagt:

    völlig inakteptabel. Was bitteschön, haben die bisherigen Streiks gebracht?
    Ich habe am 27. Mai einen dringenden Termin in Berlin und suche nach einer Altanative zur Bahn.
    Die BAHN ist für mich nicht mehr vertrauenswürdig

  • Ursula Menzel sagt:

    Was bildet sich der GDL-Vorsitzende eigentlich ein??? Seine Haltung ist völlig inakzeptabel. Ebenso wenig verstehe ich die Sturheit des Vorsitzenden der DB. Es ist lediglich ein Machtkampf zwischen der DB und der GDL. Zu welchen Ergebnissen hat er bisher geführt? Und wer sind die Leidtragenden? Doch in erster LInie die Fahrgäste. Wer bitteschön macht sich darüber Gedanken?
    Ich kann vollkommen verstehen, dass die Fahrgäste auf andere Möglichkeiten umsteigen.
    Ich habe einen dringenden Termin in Berlin, den ich nicht verpassen darf und suche auch nach einer Alternative zur Bahn.
    NEIN das ist nicht mehr vertrauenswürdig!!! So etwas ist bei der Bundesbahn nie passiert.

  • Winny sagt:

    Mein Gott, inzwischen bin ich das dritte Mal von diesem Streik bestraft und versuche seit Stunden meine Reise neu zu planen! Auch bei den letzten Streiks war ich als beruflich Vielreisender vom Streik betroffen, leider. Nunmehr bin ich privat davon betroffen und verzeihen Sie mir, ich finde es inzwischen zum Kot….!
    Unsere Gründungsväter dieser Republik haben es, vor unserem Möchtegernmeister der GdL, ins Grundgesetz geschrieben, nämlich das Streikrecht. Soweit so gut! Dieses wird jedoch durch undemokratisches und völlig unverhätnismäßiges Verhalten vorgenannten GlD-Gottes ausgehebelt und gefährdet m. E. nach die freiheitlich demokratische Grundordnung, welche vorgenannter GlD-Gott nie vermocht hat zu erleben, er hat wohl sein DDR-Syndrom weiter verinnerlicht!

    Dieser Machtkampf hat für mich zur Folge:

    – Ich plane nie wieder einen Innerdeutschen Flug (denn dann bin ich auf einen Anschluss angewiesen – meist die DB (Tschuldigung an AB oder GWings!)
    – Ich plane nie wieder mit der DB – denn dann kommt man nie an. (Nebenbei erwähnt, schon vor der Streikwelle kam ich nie pünktlich an!!!!) Mehdron sei Dank!
    – Ich fahre wieder mehr mit meinem Pkw, höre gute Musik, niemand belatschert mich, ich lerne (auch im Stau) nette Menschen kennen (auch Mitfahrer) und mein Blutdruck hält sich stabil
    – Ich werde allen mir bekannten Griechen empfehlen, dass sie BITTE nicht das tun, was unsere Herrschaftsgötter empfehlen, da kommt nichts rüber, außer Sch….

    In diesem Sinne … gute Fahrt!

  • Vogel sagt:

    Ich finde den Streik unverhältnismäßig und es ist ein Machtkampf zwischen EVG und GdL. Beide Gewerkschaften vertreten z. T. die gleichen Berufsgruppen, also warum 2 Tarifverträge. Die EVG und die GdL sollten sich mal an einen Tisch setzen und dann für beide gültige Tarifverträge mit der DB AG aushandeln. Diese Tarifabschlüsse nützen allen Mitarbeitern der DB AG wesentlich mehr.

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